
Foto: Karin Vomhof
Am Abend des 12. August 2026 standen Sonne, Mond und Erde für einen Moment auf einer Linie.
Das Licht wurde weniger.
Es wurde dunkler.
Die Luft kühler.
Das ist das, was wir sehen können.
Was geschieht in der Tiefe, hinter dem, was wir sehen können?
Die Erde
Auf der Erde leben wir.
Sie steht für die materielle Welt, für unseren Körper, für Verwurzelung – für das, was uns Halt gibt und uns trägt.
Die Sonne
Die Sonne strahlt Licht.
Ohne ihr Licht könnten wir auf der Erde nicht leben. Sie ist die Quelle des Lichts, durch das wir sehen – und vielleicht auch die Quelle, durch die wir uns selbst erkennen können.
Die Sonne steht für das Bewusstsein, die Lebenskraft und das Selbst – für das „Ich“, mit dem wir uns identifizieren.
Der Mond
Der Mond begleitet die Erde und stabilisiert sie. Er hat kein eigenes Licht, reflektiert nur das Licht der Sonne.
Der Mond steht für das Unterbewusstsein, für Emotionen, Gewohnheiten und Schatten – für all jene Anteile in uns, die wir nicht immer sehen oder bewusst wahrnehmen.
Wenn die drei sich ausrichten
Wenn Sonne, Mond und Erde sich aufeinander ausrichten, wird das Licht der Sonne vorübergehend verdeckt.
Und vielleicht lässt sich darin auch ein inneres Bild erkennen.
Das Bewusste – die Sonne – tritt zurück.
Das bewusste „Ich“ kann dadurch unsicherer werden. Etwas, das sonst selbstverständlich war, bekommt vielleicht Risse.
Das Unbewusste – der Mond – tritt in den Vordergrund.
Und das, was wir sonst leicht übersehen – das Unbewusste, der Schatten – kommt zum Vorschein.
Vielleicht berührt dich plötzlich ein Gefühl, das du nicht einordnen kannst.
Vielleicht nimmst du eine bestimmte Situation oder eine Beziehung plötzlich anders wahr, ohne genau sagen zu können, was sich verändert hat.
Und vielleicht bist du am nächsten Morgen aufgewacht und da war etwas anders.
Vielleicht ist genau das die Spur, die diese besondere Ausrichtung hinterlassen hat.
Und die Erde?
Vielleicht ein Neustart sogar.
Haijuan 海涓, am 13. August 2026